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Lesestück 6 Fünfter Brief über Leukas-Ithaka |
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A German Reading Selection For Intermediate Learners of German |
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Part of our Lesestücke series
TO THE READER: READ the selection for comprehension, then answer the QUESTIONS that follow. If you need help with vocabulary, see the German-English Glossary for this reading selection. (Also see: Wer bin ich?)
NOTE: This text and related exercises are for private or classroom use only! Any other reproduction or commercial use is prohibited. Copyright © 2002 Hyde Flippo and About.com.

Also available in English:
Gods, Graves and Scholars
by C.W. Ceram
The following text in German was written in 1908 by the German archaeologist Wilhelm Dörpfeld (1853-1940). In his Fünfter Brief über Leukas-Ithaka Dörpfeld describes a visit by the German Kaiser (emperor) to view the archaeological work on the Greek island of Lefkada (Lefkas), then known by its ancient name of Leukas. In the Fünfter Brief Dörpfeld also makes the case for his theory that Lefkada is in fact the actual Ithaca described by Homer in his Odysseus story. At the time, Dörpfeld was ridiculed by many scholars for his belief that Lefkada was the real Ithaca. Although he was never able to find any conclusive archaeological proof, Dörpfeld used the geography of the two islands to make his case. Many archaeologists continue to support Dörpfeld's position today. Dörpfeld himself remained loyal to his island until the end; his grave overlooks Vlicho Bay and the town of Nidri, only a short distance away from the chapel of Hagia Kyriaki. For more information about Dörpfeld and his theories, see our special Web Links page.
Fünfter Brief über Leukas-Ithaka:
Die Ergbnisse der Ausgrabungen von 1908
Ein Lesestück für Fortgeschrittene
von Wilhelm Dörpfeld
Leukas, im Mai 1909.
Über die erfreulichen Resultate einer vierten Ausgrabungs-Kampagne in Leukas habe ich zunächst Ihnen, meine verehrten Freunde und Gönner, zu berichten, die Sie mir durch gütige Gewährung der Mittel die Fortsetzung der Arbeiten in dem homerischen Ithaka ermöglicht und mich dadurch aufs Neue zu herzlichem Danke verpflichtet haben. Dem Berichte gebe ich wiederum die Gestalt eines als Manuskript gedruckten Briefes, des fünften in der Reihe der Briefe, und kann ihn so auch dem weiteren Kreise derer zusenden, die die Entwicklung der Ithaka-Frage und die zur Bestätigung meiner Theorie unternommenen Grabungen bisher mit Interesse verfolgt haben. Das Erscheinen des Berichtes hat sich leider etwas verzögert, weil ich nach Schluss der Arbeiten in Leukas sofort im Herbste 1908 die Ausgrabungen des Archäologischen Instituts in Pergamon leiten musste und im Laufe des Winters nur wenig Zeit hatte für die Bearbeitung der Resultate der privaten leukadischen Grabung. Erst jetzt im Mai, nachdem auch die Ausgrabungen des Instituts in Tiryns und Olympia beendet sind, finde ich einige Ruhetage auf der Insel Leukas, die mir erlauben, den Bericht niederzuschreiben. Er enthält wie im Vorjahre ausser einer Beschreibung der Ausgrabungen und ihrer Resultate noch einen Bericht über die im letzten Jahre erschienene Literatur zur Ithaka-Frage. Dass ich auch eine Schilderung des Besuches Seiner Majestät des Deutschen Kaisers in Leukas und Ithaka in den Brief aufgenommen habe, wird Ihnen gewiss nicht unerwünscht sein. Die Grabungen fanden in den Monaten Juli und August 1908 statt. Die heissen Sommermonate musste ich aus einem doppelten Grunde wählen. Einmal durfte ich die Grabung in Leukas als private Arbeit nur während meines amtlichen Sommer-Urlaubes ausführen, und sodann war für die Tiefgrabungen, die zum Teil im Grundwasser vorgenommen werden mussten, der Hochsommer als Periode der grössten Trockenheit und des tiefsten Grundwasserstandes die günstigste Jahreszeit. (...)
for this reading selection.
Während wir in den früheren Kampagnen in dem zur Sommerzeit von Fiebern heimgesuchten Dorfe Nidri wohnten, in jenem Hause, das Herr Hauptmann von Marees auf seiner Karte der Ebene von Nidri... als Haus Dörpfeld bezeichnet hat, hatten wir im letzten Teil der Kampagne 1908 den grossen Vorzug, auf luftiger fieberfreier Höhe über der am Eingange des Hafens von Vlicho gelegenen Kapelle der Hagia Kyriaki wohnen zu können. Wir verdanken diese wesentliche Verbesserung unserer Wohnverhältnisse der Gnade Seiner Majestät des Deutschen Kaisers, der mir bei seinem Besuche der odysseischen Inseln ein grosses transportables Wohnhaus (System Döcker) schenkte und uns dadurch zu lebhaftem und dauerndem Danke verpflichtete. Dass Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin mit Ihren Königl. Hoheiten dem Prinzen August Wilhelm und der Prinzessin Victoria Luise von Korfu aus die Inseln Leukas und Ithaka besucht haben, und dass ich die grosse Ehre hatte, den hohen Herrschaften die durch Homer verherrlichten Inseln zu zeigen und zu erklären, werden Sie aus den Zeitungen erfahren haben. Indem ich Ihnen den Verlauf dieser für mich unvergesslichen Reise hier kurz schildere, gebe ich Ihnen zugleich eine Übersicht über die wichtigsten Argumente der Leukas-Ithaka-Theorie.
Am frühen Morgen des 4. Mai erschien das Kaiserschiff «Hohenzollern» in Begleitung mehrerer deutschen und griechischen Kriegsschiffe auf der Reede von Santa Maura an der Nordspitze der Insel Leukas. Es war ein prächtiger Frühlingsmorgen. Die Sonne ging über den Bergen Akarnaniens auf und stieg am blauen Himmel empor. Das Meer war spiegelglatt. Nachdem die Schiffe Anker geworfen hatten, begab ich mich mit dem deutschen Generalkonsul Herrn Geheimrat O. Lüders an Bord der Hohenzollern. Ihre Majestäten begrüssten uns aufs Huldvollste und sprachen ihre lebhafte Freude darüber aus, nach der Insel der Phäaken nun auch die Heimat des Odysseus kennen zu lernen.
Ich durfte sofort den vor uns liegenden nördlichen Teil der Insel-Leukas erklären. Ich wies hin auf den Sund, der die Insel vom Festland trennt, auf die venezianische Festung Santa-Maura, die vor uns auf der Nehrung lag, auf die heutige Stadt Leukas, deren Häuser jenseits der Nehrung sichtbar waren, und auf die von Ölwäldern bedeckten Hügel der antiken Stadt Leukas. Ich unterliess auch nicht, den in der Feme sichtbaren Eingang des ambrakischen Golfes zu zeigen, die Stelle der berühmten Seeschlacht von Aktium, wo sich das Schicksal des römischen Weltreiches entschied. Die jetzt dort befindlichen türkischen Forts sandten gerade dem deutschen Kaiser ihre weithin hallenden Grüsse übers Meer. Bald wurden die Anker gehoben und in langer Reihe fuhren die stolzen Schiffe an der Westseite der Insel entlang nach Süden. Während des Frühstücks sahen wir die seit vielen Jahrtausenden vom Meere angenagten, hohen weissen Felswände, die der Insel ihren Namen Leukas gegeben haben, sahen auch am südlichen Ende das berühmte Kap Dukato oder Leukatas, von dem nach der Sage Sappho ihren Todesprung ins Meer gemacht hat. Dort oben auf dem weissen Fels hatten wir vor 3 Jahren Ausgrabungen vorgenommen und Fundamente und andere Reste des Apollon-Heiligtums gefunden, das nach der Überlieferung einst hier gestanden hatte.
N E X T > Part 2: "Unser nächstes Ziel war die Syvota-Bucht..."
Also see: Wer bin ich? Ratespeiel 11
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